Stories

Vier Buch-Besprechungen aus dem Albachtener Bücher-Plausch im März 2020!

Veröffentlicht

William Finnegan

„Barbarentage“ – eine Autobiographie

Suhrkamp Verlag, 2019 ISBN 978-351846960-6, Taschenbuch 12,€

Der junge William, 1952 in Kalifornien geboren, zieht mit seiner Familie 1966 durch die berufliche Veränderung seines Vaters in die Nähe von Honolulu, Hawaii. In seiner neuen Schule ist er als „haole“, eben als Weißer, der Drangsalierung seiner Mitschüler ausgesetzt, und in seiner Freizeit flieht er mit seinem Surfbrett in eine wenig besuchte Bucht und beobachtet die Einheimischen beim Surfen, guckt ihnen auch so einiges ab und schließt Freundschaften. Er selbst hat schon seit drei Jahren das Surfen zu seinem Hobby gemacht und fängt nun an, diesen Sport mit all seinen Anforderungen und Risiken zu seiner Leidenschaft zu machen. Als Journalist schreibt er später vielbeachtete Reportagen, sein ganzes Leben wird jedoch mitbestimmt vom Surfen, das „ihm Respekt verschafft, ihn dann raus in die Welt jagt-Samoa, Indonesien, Australien, südafrika.“

„Ein Buch wie das Meer, atemberaubend schön.“

Diese Besprechung ist von Marita Löckner-Mertens, einer Teilnehmerin des Bücher-Plausches

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Christian Berkel

„Der Apfelbaum“

Ullstein Verlag, 2018 ISBN 978-3550081965, Taschenbuch 11,00 €

In diesem umfangreichen Familienroman erzählt der Schauspieler Christian Berkel eloquent die spannungsreiche Geschichte seiner Vorfahren. Man verfolgt deren Lebensweg über drei Generationen hinweg von Ascona, Berlin, Paris bis nach Buenos Aires. Am Ende steht die Geschichte zweier Liebender, nämlich Sala, die aus einer jüdischen Intellektuellen-Familie stammt und Otto, ein Kind der Arbeiterklasse. Sie lernten sich 1932 in Berlin kennen, sie kamen aus höchst unterschiedlichen Milieus und machten höchst unterschiedliche Erfahrungen. Der Krieg hat sie getrennt, aber nach längerer Zeit sind sie doch wieder und dann für immer zusammen gekommen.                                     Renate liest dieses Buch recht gerne, stellenweise ist es flott und geistreich erzählt, stellenweise hat es  aber auch Längen und scheint den Spannungsbogen zu verlieren. Wer sich das Buch kauft, muss nicht zwangsläufig ein Fan des Schauspielers Christian Brkel sein, aber er sollte sich für Familiengeschichten und die historische Zeit ab 1932, die Zeit des zweiten Weltkriegs mit all seinen fatalen Auswirkungen interessieren. Zwischendurch geht es auch immer mal wieder poetisch her. „Liebe braucht auch immer wieder einen kleinen, stechenden Schmerz, sonst schmeckt sie zu sehr nach Bratkartoffeln.“

Diese Besprechung ist von Renate Rave-Schneider, Gründerin und Mit-Organisatorin des Bücher-Plausches

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Hendrik Groen

„Eierlikörtage -das geheime Tagebuch des Hendrik Groen“

Piper Taschenbuch, 2017 ISBN 978-3492311915, Taschenbuch 11,00€

„83 Jahre lang hat Hendrik Groen immer nur Ja und Amen gesagt. Doch in diesem Jahr wird er ein Tagebuch führen und darin endlich alles rauslassen. Er Beschließt es nochmal so richtig krachen zu lassen und gemeinsam mit einigen anderen Bewohnern des Heimes grünet er den Club „Alanito“: Alt, aber nicht tot. Jeden Monat organisiert ein Mitglied einen Ausflug, das  passt der Heimleitung überhaupt nciht. Ein wunderbar witziges Buch mit ernsten Untertönen.“

Diese Besprechung stammt von Lies Melkert, einer Teilnehmerin des Bücher-Plausches

 

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Dava Sobel, William Andrewes

„Längengrad“

Berlin Verlag, 2000     ISBN 978-3827003249  Taschenbuch 14,00 €

 

Um es gleich zu sagen: Dieses Buch ist kein Roman. Aber er liest sich so spannend wie ein Abenteuer, so abwechslungsreich wie ein Episodenroman. Aufregend lesen sich die Probleme in der Seefahrt – Unfälle, Irrfahrten, Verhungern – aufgrund ungenügender Längengradbestimmung. John Harrison macht sich mit ungeheurer Ausdauer und gegen zahlreiche Anfeindungen daran, einen Chromometer zu entwickeln, mit dem sich der Längengrad bestimmen lässt. Wie das funktioniert, wird sehr anschaulich dargestellt.

Diese Besprechung stammt von der Autorin Andrea Timm, Gründerin und Mit-Organisatorin des Bücher-Plausches.

 

Diese Buch-Tipps werden von Zeit zu Zeit um neue Titel ergänzt.

Renate Rave-Schneider, am 25.März 2020

3 Gedanken zu „Vier Buch-Besprechungen aus dem Albachtener Bücher-Plausch im März 2020!

  1. Ja, es wäre ein abwechslungsreicher Vormittag geworden mit Buchvorstellungen von vier verschiedenen Frauen. Vielleicht lacht den einen oder die andere von euch ja eine der oben aufgeführten Buchbesprechungen an. Bücher können wundervolle Begleiter sein, gerade wenn persönliche Begegnungen seltener geworden sind.
    In gemütlicher Runde von Gelesenem berichten und Vorfreude sammeln auf die nächsten Bücher, die mich ansprechen und neugierig machen, weil mit Begeisterung von ihnen berichtet wurde – wer weiß, wann es wieder soweit sein kann … ??? Bis dahin: Bleibt gesund!

  2. Man kann es auch als eine Herausforderung sehen um diese fast surreale Zeit durchzustehen und munter zo bleiben. Bücher bieten gerade jetzt eine wunderbare Ablenkung. Ich habe gerade den historischen Roman „Das Echo der Träume“ von Maria Duenas gelesen, keine schwere Lektüre und das perfekte Mittel um in eine andere Welt abzutauchen. Ich freue mich jetzt schon auf unseren nächsten Bücher-Plausch, auch wenn wir uns noch ein wenig gedulden müssen. Bleibt gesund!

  3. Der Apfelbaum
    dieses Buch habe ich vor zu lesen und werde es entsprechend hier kommentieren. Ich habe Christian Berkel auf den Ruhrfestspielen in Recklinghausen zusammen mit seiner Frau lesend erlebt. Es war ein fulminantes Erlebnis.

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