Einführung

Ich dachte, es wäre ein Abenteuer, aber in Wirklichkeit
war es das Leben.
Joseph Conrad

 

AN ALLE BESUCHER MEINER SEITEN

Jetzt gerade an einem eisigen, graublauen Wintertag um Punkt 12 Uhr
sitze ich in der Stadtbücherei in Münster, die1993 vom Architektenteam
um Julia Bolles-Wilson erbaut wurde. Ich liebe sie, weil sie einem
Ozeandampfer gleicht, der einen mitnimmt auf eine Reise ins Abenteuer!
Im Schiffsbauch im Keller zwischen Musikbüchern, CDs und DVDS
hocke ich, genieße die Wärme und Inspiration und fühle mich lebendig
genug, um Euch etwas mitzuteilen.

Da bleibt nämlich noch eine zentrale Frage offen:
Warum habe ich diese Seiten installiert und was will ich Euch damit
sagen, geben, vermitteln?

Seit meiner frühen Kindheit begeistern mich Geschichten, denen ich
bereits mit drei Jahren auf dem Schoß einer Großtante lauschte.
Später in der Schule erfand ich selber welche oder gab gehörte wieder,
die ich mit Fantasie noch etwas ausgeschmückt hatte.

Geschichten haben mich immer fasziniert, so wie sie Euch begeistern,
sonst wären wir nicht hier. Und dabei ist es schnurz, wie sie transportiert
werden und über welche Medien sie sich verbreiten, wobei ich persönlich
dem gesprochenen Wort und dem Gesang noch den Vorzug gebe vor
Druckerzeugnissen.

Ob die Texte nun mit Aphorismen von Adorno oder einer Speech von
Blixa Bargeld beginnen und über Stories von Jörg Fauser, Gedichte von
Erich Fried und Romane von Margrit de Moor gehen,  um dann bei
einem Rap von Nina Fiva Sonnenberg, bei Songs von Hermann van Veen
und einem Wälzer von Feridun Zaimoglu nicht zu enden, ob wir Dichter und
Denker der Klassik, der Romantik, der Moderne aufschlagen, immer steckt
doch dahinter ein gewisser Hunger mehr von den Tiefen des Lebens zu erfahren,
von seiner Schönheit, seiner Schrecklichkeit, seiner Magie!

Und die, die nicht lesen mögen, keine Zeitung aufschlagen, kein Konzert
besuchen wollen oder können, die erleben ja auch Geschichten in ihrem Alltag, auf ihren
Reisen, sogar beim Stau auf der Autobahn! Oder beim Spaziergang mit ihrem
Hund oder dem nächtlichen Dialog mit den funkelnden Augen und den Krallen
ihrer Katzen. Sie erleben Dinge in ihren Beziehungen, die sie noch nicht in Worte
fassen können,die aber eines Tages gereift sind, um doch wie eine Flaschenpost
von Herzland zu Herzland transportiert zu werden.

Du und ich, wir und Ihr, wir erzählen uns was , finden es spannend und
werden geerdet oder angeregt, wir tauchen ein in die Welt anderer
Gerüche, Farben und Stimmungen , geben sie weiter.
Das Weitergeben dieser Texte ist mir ein zentrales Anliegen, ich bin nur
das Medium.
Für mich ist das keine Schufterei, denn ich habe keine akademischen Ansprüche
an Euch und mich.
Wir schaffen das zusammen, ich stelle immer mal wieder einige Texte auf dieser Seite ein:
Von verstorbenen oder
noch lebenden Autoren, darunter eigene, die teilweise wieder entfernt werden, um durch neuere ersetzt zu werden.

Schön wäre es , wenn Ihr diese kommentiert oder ein paar Zeilen ins Gästebuch
schreibt: weniger über das Format, mehr über die Inhalte.

Schließlich sollen diese Seiten auch ein Vermächtnis sein gegen das Vergessen,
denn wir alle  müssen irgendwann das Zeitliche segnen, ja,  einige befreundete Storyteller sind bereits gegangen!
Ihre Werke aber sollen bleiben so wie Teile eines Puzzles, die sonst fehlen würden.

Hier geht es nicht wie bei Facebook um 30.000 „ Likes“ und mehr, hier wird alles gemocht, was
mit flammenden Herzen und natürlich einem gewissen Talent geschrieben wird.

Der Nachwelt wollen wir sagen können: Da war mal ein Storyteller,der hatte sein
Handwerk richtig drauf, da war mal eine Märchentante, die angeregt von ihren Visionen plauderte oder ein Erlebnismillionär, der in seinen Songs von den Reichtümern, die er schöpfen konnte, sang, da gab es einen begnadeten Musiker,
der in „Leben, Leben“ seine Sicht auf die Welt überzeugend rüber brachte.
da war mal ein Kind, das sich vor Monstern unter seinem Bett fürchtete und
dadurch beruhigt wurde jemandem davon zu erzählen.

Packen wir es also an! Das Abenteuer Leben!

Münster, 21.01.2016 Renate Rave-Schneider