Die Beatfestivals in der Vestlandhalle

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In der Kernzeit von 1966 bis 1970

Ich zäume das Pferd mal andersrum auf und
beginne in der Jetztzeit.
Am 14.Oktober 2015 hatten Wolfgang, mein Mann
und ich in Recklinghausen unter anderem einen
besonderen Termin, vermittelt durch Freunde:
Um 14 Uhr sollten wir im Flic-Flac in der Altstadt
auf Nino Malfeld, einen Rock`n Roller der ersten
Stunde treffen.
Und ich muss sagen: Es wurde ein total nettes
Treffen mit einem knackig gebliebenen unkaputt-
baren Nino, den viele, viele in Recklinghausen, ja,
im ganzen Ruhrpott kennen: „Nino, das ist doch
der mit der tollen Bühnenshow, der sich zu Boden
wirft und von der Bühne springt, das ist doch der
Mann mit Musik im Blut!“
( Okay, lieber Nino, am letzten Samstag in der Vest-
Arena, an jenem 7.November hättest Du es vielleicht
lieber lassen sollen Deinen Turmbau zu Babel, aber 
das ist ja noch mal gut ausgegangen.)

Beim Treff im Flic-Flac mit Cola und Erdnüssen erzählt
er von seinen Anfängen in der Vestlandhalle und von der
Zeit davor und seine Begeisterung für die damalige Aera
seit April 1959 springt über.
Denn es war genau in dieser Zeit, als er als junger Pimpf
auf der Bühne Musik machte und sich in Kneipen wie dem
Papierneck in Marl und in der Recklinghäuser Schweinebacke
die Seele aus dem Hals schrie, als ihn bei einem dieser Auf-
tritte der Jugendpfleger Kurt Oster entdeckte, ihn und seine
Jungen entdeckte, denn deren Art Musik zu machen, gefiel
dem umtriebigen Oster.*
Kurz und grün: Oster verpflichtete die Jungen, die die Ersten
nach konservativerer Musik a la Teddy Stauber waren zum
Jugendball in der Vestlandhalle aufzuspielen.
So ging es dann für Nino und seine Mannen, später sollten sie
Nino und die Pirates heißen, mit geliehenen Instrumenten vom
Musikhaus Wiechmann zur Sache:
Es ging los mit glühenden Köpfen, Lampenfieber und Magen-
Schmerzen. Songs von Little Richard, Ray Charles und Eddy
Cochran wurden ins Publikum geknallt, dem der Rhythmus
sofort in die Beine ging, nichts hielt die Leute mehr auf ihren
Stühlen.

Meine Zeit in der Vestlandhalle begann im Grunde erst Ende 1966,
Anfang 1967. Eines der ersten Konzerte, welches ich besuchte
und an das ich mich in groben Zügen plastisch erinnern kann,
fand 1967 statt, als Frederic and the Rangers im Vorprogramm
der Searchers auftraten.
Was die Searchers so von sich gaben, ist mir komplett entfallen,
nicht jedoch das, was die Rangers spielten.
Diese waren damals ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit gelangt,
weil Mitschülerinnen von den Recklinghäuser Beatjungen 
schwärmten und eine von ihnen sogar mit einem Bandmitglied ging,
wie man damals so sagte.
Die Rangers hatten etwa um 1967 ihre Hoch-Zeit, damals –so berichtet
die Recklinghäuser Zeitung - setzten sie sich gegen 120 Konkurrenten
durch.
Das war nach einem TV-Auftritt, über den man unwillkürlich schmunzeln
musste: Ein dirigierender und zwischendurch dozierender Musiktheoretiker
strich das besondere Talent der Rangers heraus den Off-Beat zu be-
herrschen.
Außer dem Mindbender Song „Groovy kind of love“, den sie als „Segel
ohne Wind“ bemerkenswerter Weise schon damals auf Deutsch sangen,
spielten sie nicht nur Beatles-Klassiker, sondern auch die Stones und
andere Interpreten.

Vor den Auftritten hockte man in der hässlichen Vestlandhalle bei Coke und
Fanta für je 50, Pfennig beieinander und genoss die quirlige, aufgeladene
Atmosphäre, hörte die Durchsagen von Kurt Oster und seinen Helfeshelfern
Und schnappte manche Infos auf, politische Infos wie die Verabschiedung
der Notstandsgesetze oder den Skandal um eine heftige Ohrfeige, die
Beate Claesfeld dem damaligen Bundeskanzler Kiesinger wegen seiner
Nazi-Vergangenheit gegeben hatte.
Die quecksilbrige Stimmung der damaligen Zeit war der Musikszene
geschuldet und da vor allem den britischen und amerikanischen Charts,
auch zwischen und während den Gigs der einzelnen Bands gab es 
ständig ein Gewisper und Getuschel.
„Wilson Picketts neue Single ist dermaßen Spitze!“ meinte Dick, ein
Kumpel aus der Klasse, ich freute mich über diesen Tipp, denn wie er
liebte ich schwarze Stimmen über alles und nahm mir vor gleich am
Montag bei Radio Fels die neue Scheibe vom restlichen Taschengeld
zu kaufen und wenn es  dafür nicht reichte, würde ich die Troggs oder eine
andere Single versetzen.

1968 war ein besonderes Jahr, die vierte Documenta in Kassel eröffnete
und unsere Klassenfahrt ging dorthin. Auch in Recklinghausen stand ein
außergewöhnliches Konzert an, nämlich ein Auftritt der Small Faces.
Wir Beat-Infizierten, jungen Menschen fieberten alle dem Gig entgegen.
Doch noch bis  heute fragte ich mich, wie die Stadt und die Mannen um 
Kurt Oster diesen Top-Act finanzieren konnten, bis mir das Lesen
eines Buches Aufschluss gab.
Hierzu sagte Heinz-Ludger Wessels, der Manager der Rangers und von
Lucky and the Giants: „Jeder war damals darauf aus mit Top-Gruppen
aufzutreten,als Renomee einerseits, aber auch um das werbemäßig weiter
zu verkaufen. 
So war es eigentlich klar das Angebot einer Veranstaltung mit den 
Small Faces  in der Vestlandhalle anzunehmen. Dieses Angebot kam
vom Manager Lang der Lords: Topgruppen wurden damals meist für
einen Festpreis für drei oder vier Auftritte eingekauft. Bei einer Großver-
anstaltung machte der Initiator dann das große Geld und verkaufte die
anderen Termine weiter.*

Zum Gig mit den Small Faces 1968 strömten die Fans in Scharen, es gab
nichts für Jugendliche aus dem ganzen Vest und darüber hinaus, was so
wichtig schien wie dieses Konzert.
Steve Mariott, Ronnie Lane, Kenney Jones und Jimmy Winston lieferten
eine Super-Show und begeisterten mit ihren Hits wie „Sha-la-la-la-lee,
all or nothing, Lazy Sunday“ und vielen anderen Titeln. Die Fans, vor allem
viele Mädels – daran erinnere ich mich noch richtig plastisch – hatten feuchte
Augen, während sie hysterisch „Stevie, Stevie!“ brüllten, kreischten, fiepten,
einer Ohnmacht nahe und ich stand ein wenig abseits und konnte bei aller
Begeisterung für diesen Beat, für einige der Soul-getränkten Songs auf keinem
Fall eine solche Hysterie teilen.

Dennoch war auch ich angetan von der Band, nicht nur von dem Orgel - lastigen
Intro von „Tin soldier“, sondern auch begeistert vom „You need love“, diesem
Muddy Waters-Klassiker, der auch der Urstoff für das spätere „Whole lotta love“
von Led Zeppelin sein sollte.

Der Applaus anschließend wollte nicht enden, es gab zig Zugaben, auch das
weiß ich noch heute.

Bei weiteren Beat-Wettstreits und Beatfestivals, die sich oft mit Modenschauen
abwechselten, wurde noch etwas ganz anderes ersichtlich: Der swinging
London Style und die Carnaby Street waren in Recklinghausen angekommen,
ich komme gleich noch darauf zurück.

Meine beiden Freundinnen Gabi und Do waren glühende Verehrerinnen der Who,
die leider nie in der Vestlandhalle auftraten. Wir konnten den Text fast all ihrer
Songs, vor allem aber den von „My generation“ mit der Quintessenz:
„I hope I die before I get old!“ und wir hatten uns alles  über die Mods, denn die
Who waren Mods im Gegensatz zu Rockern, reingezogen, wenn wir daheim in 
unseren einschlägigen Jugendzeitschriften geblättert hatten.
Nicht nur musikalisch und in Bezug auf die Textbotschaften, sondern auch modisch wurden die Who verehrt, so sehr, dass einige Mädels aus der Schule
es dem Roger Daltrey gleich taten und dunkelblaue, wadenlange, stark auf
Taille betonte Mäntel mit einreihigen Silberknöpfen, Schulterklappen und Steh-
kragen trugen, die man seinerzeit im Kaufhaus Weiser erstehen konnte.

Die Chronologie weiterer Jugendbälle und Beatfestivals habe ich nicht mehr
so ganz im Kopf, ich weiß aber, dass manche Veranstaltung dieser Art, wo die
Wettstreits ohne richtiges Highlight vor sich hin plätscherten, anfing mich zu 
langweilen. Deshalb lag an manchen Sonntagen etwas komplett anderes für mich an nämlich Ausritte mit dem Reitverein.
 Ich wollte jetzt einfach mal was anderes hören als ewig Beat
der gleichen Machart und nicht immer nur Bands wie die German Blue Flames,
die Dakotas, die Dying Race, Beautiful Death, Trade Mark und Jokers und wie
sie alle hießen. Hatte ich doch begonnen mich für Blues und Boogie a la
Canned Heat zu interessieren.

Hören allerdings wollte ich Wonderland, unter anderem bestehend aus 
Les Humphries, Frank Dostal, Dicky Tarrach und Achim Reichel, die beiden
Letztgenannten konnte man getrost als alte Bekannte in Recklinghausen
bezeichnen, denn sie waren ja schon mehrfach mit den Rattles hier in der Halle
aufgetreten.
Dieses Konzert 1969 war etwas Besonderes für mich und wenn ich mich heute,
46 Jahre später, hauptsächlich noch an das psychedelisch angehauchte, von
James Last produzierte „Moscow“ erinnern kann, so lag es auch daran, dass
man diesen Ohrwurm halt oft im Radio zu hören bekam.
Außerdem lag es vielleicht auch an  der Stimme Dostals und an der Energie, die die
Band umgab.
Reichel war mit seiner Ausstrahlung und Bodenhaftung, stark wie ein Baum,
kernig und ich schätzte ihn so ein, dass er es selbst nach dem wackeligen
Projekt mit Wonderland noch weit bringen würde. Aber trotzdem irritierte
mich seine Aussage über die mit Wonderland begonnene neue Musikrichtung:
„Wir wollen keinen Hauruck-Beat spielen, sondern anspruchsvolle Pop-Musik,
die den Jüngeren gefällt und die die Älteren nicht verschreckt.“ *
Was meinte er damit, diese offene Frage hatte ich einige Zeit,
bis ich  dann  irgendwann verstand, wie das gemeint sein konnte.
Und bis das alles auch gar nicht mehr wichtig war, weil neue Musik die alte ablöste. 


Über den Auftritt der Rockband Golden Earring mit Titeln wie „ Back home,
Buddy Joe“ usw., usf., könnte ich auch eine ganze Menge erzählen,
aber liebe Leute , die Zeit drängt und ich muss zum Schluss kommen.

Deshalb schließe ich mit einem Kurt Oster-Zitat:
The Beat goes on! Der Beat geht nie unter!
Und damit meine ich neben dem Hauruck-Beat vor allem den groovenden Beat,
der unser Herz hüpfen lässt. 

Quellenangaben:

Recklinghäuser Jugendball,
Jugendbälle und Beatfestivals in den 60er Jahren, Günter Mietzko,
Verlag: R. Winkelmann, Recklinghausen

Beat – Geschichten im Revier
Horst D. Mannel, Rainer Obeling, Journal-Verlag Recklinghausen

(c) Renate Rave-Schneider 12. November 2015

10 thoughts on “Die Beatfestivals in der Vestlandhalle

  1. Liebe Renate, es ist eine Freude, Deine Erinnerungen an die Beat-Zeit zu lesen! Du bist ja die reinste Beat-Expertin! So intensiv, wie Du, habe ich die angesagte Musik der 1960er Jahre nicht erlebt. Um so lesenswerter für mich. Auch die Schilderung der Atmosphäre finde ich sehr interessant und gelungen. Danke!

  2. Ich habe in der Zeit etwa 100 Meter von der Halle entfernt gewohnt und dort bei Beatfestivals die bereits erwähnten Golden Earring gesehen, später dann auch Kraftwerk (? war doch Kraftwerk, oder) und Can. War eine geile Zeit. Ich selbst habe damals in einer Herner Band gesungen, „Mental Home Ltd“ um Wolfgang Bosk, Sven Sören, Uli Krämer und Jürgen Tesch. Leider haben wir es nie bis auf die Bühne der Vestlandhalle geschafft, aber auf unsere Art waren wir auch gut. :-)… Blowing in the wind, Dandy, Words, Pictures of Matchstick Men und anderes, das waren so unsere Stücke. Würde die Jungens gerne mal wieder sehen, aber irgendwie scheinen die wohl in alle Himmelsrichtungen zerstreut zu sein. Ich finde niemanden von ihnen, wohne allerdings auch schon seit 77 in der Nähe Bremens und war 16 Jahre nicht in Deutschland. Ich erinnere mich auch noch an Auftritte der Crashers mit dem damaligen Jürgen Beumer, dem späteren Jürgen Marcus – hach, war schon toll damals und etwas anderes als der Einheitsbrei heute.
    Viele Grüße an alle, die diese Zeit auch noch im Herzen haben.
    Bernd Mühlenbeck

    1. Es ist erfreulich, dass sich der ein oder andere für diese Doku-Prosa über die damaligen
      Beatfestivals interessiert. Ich zog allerdings Ende 1971 aus dem Elternhaus in RE und
      suchte dann die Festivals nur noch gelegentlich auf; aus diesem Grunde kann ich nicht mit Be-
      stimmtheit sagen, ob es sich bei den Krautrockern in der Vestlandhalle um „KRAFTWERK“ handelte,
      an den Auftritt von „CAN“ hingegen erinnere ich mich geradezu plastisch.
      Bernd, es kann Dir allerdings geholfen werden, wenn Du nochmals nachfragst, nutze bitte das
      Kontakt-Formular, ich kann Dir dann Leute nennen, die Deine Fragen möglicherweise noch präziser beantworten können.
      At least: Dieser Text ist aus Anlass einer Lesung verschiedener Autoren im Oktober 2015 im „Räuber und Rebellen“ in RE
      entstanden und ich hatte mir die Mühe gemacht ihn nochmals zu überarbeiten und hier reinzusetzen.
      Da ich keine reine Info-Börse bin und mich als solche auch nicht verstehe, freue ich mich über
      eine persönliche Ansprache, die für mich eine Wertschätzung darstellt und die jedem Menschen, jedem
      Autor/ Autorin gefällt. Natürlich ist es gut, dass man beim Suchbegriff „Beatfestivals“ über google direkt auf diese Seite gelangt, das will ich gar nicht abstreiten. Viel Erfolg bei Deinen Recherchen, Bernd!

  3. Liebe Renate,

    vielen Dank für Dein Feedback und das nette Telefonat von gestern.
    Ja, dann möchte ich hier mal die Gelegenheit nutzen und fragen, ob jemand etwas weiß über: den Verbleib der Bandmitglieder der „Mental Home Ltd. aus Herne, in der ich zwei Jahre gesungen habe
    Wolfgang Bosk – unser Sologitarrist (eine Zeitlang wohl Betreiber des Goethe-Restaurants in der Mont-Cenis-Straße in Herne)
    Sven Sörensen – Rhythmusgitarre, die Eltern hatten derzeit glaube ich die HETALI-Werke an der Castroper Straße, wo wir auch manchmal geprobt haben
    Uli Krämer – unser Schlagzeuger
    Jürgen Tesch – unser Bassist, damals wohnhaft unweit des Otto-Hahn-Gymnasiums in Herne, das wir alle besuchten
    Peter Meier – spielte bei einigen Songs die Querflöte (Mighty Quinn) und galt damals als der Ian Anderson des Ruhrgebiets :-)

    Würde mich freuen, wenn jemand weiß, wo die Jungens heute so stecken und wie ich zu dem Einen oder Anderen Kontakt aufnehmen könnte.

    Um unser Gespräch von gestern noch zu ergänzen, Renate… Du fragtest, wen ich in Herne mal gesehen hätte. Fiel mir so spontan nicht ein, aber nachher erinnerte ich mich noch an einen Auftritt der Lords im Kolpinghaus, müsste 1968 gewesen sein. Wir hatten kurz vorher einen Auftritt dort beim Schulball. In Recklinghausen habe ich dann außer den Gruppen in der Vestlandhalle auch noch „Jeronimo“ gesehen. Sie spielten, wenn ich mich recht erinnere, auf einer Wahlkampfveranstaltung … muss auch so in der Zeit gewesen sein.
    Und dann erinnere ich mich noch an Auftritte von Smokie in Holland in einer Turnhalle, als sie noch gänzlich unbekannt waren – das dürfte Anfang der 70er gewesen sein und Ten Years After in der Münsterlandhalle.

    Danach war ich noch in vielen Konzerten (mache das bis heute noch), allerdings war das dann nicht mehr der Beat-Ära zuzuordnen (Deep Purple 5 x, Cock Robin, Peter Maffay 8 x, Toten Hosen 7 x, Bryan Adams, Meat Loaf, Ina Müller (dieses Jahr (übrigens fantastisch und besser als manches Rockkonzert, das ich sah, 3 Stunden ohne Pause), Bruce Springsteen, Genesis, Queen (2016 in Köln), Slade (in Brandon, Manitoba, Canada) . , und viele andere mehr… also mein Herz hängt schon sehr an der Musik.
    Und nun meldet Euch zahlreich und würdigt damit auch die Informationen, die Renate hier online stellt.

    Bis dann mal

    Bernd

  4. Hallo Renate,
    ich finde es schon interessant was Sie über die 60er Jahre und die Veranstaltungen in Recklinghausen und Umgebung noch alles wissen. Wie ich aber schon bei einigen Berichten feststellen muß, wird eine Band nämlich „The Rackers“ die 1967 den Kurt Oster Pokal gewannen, nirgends erwähnt. Stattdessen mußte ich schon lesen das Lucky and the Giants diesen gewonnen haben, diese Band hat den Publikumspreis erhalten aber nicht den Kurt Oster Pokal. Ich als Bandleader der Rackers finde das sehr schade. Natürlich besitze ich alle Belege wie Urkunde und Zeitungsmeldungen über den Sieg der Rackers. Es würde mich freuen wenn dieses mal geklärt würde. Übrigens bin ich Profimusiker geworden und spiele noch heute, natürlich auch viele Songs der 60er Jahre. Bei einer Revivalveranstaltung des Oster Pokals wäre ich gerne dabei.
    Viele Grüße
    Dieter Nitsche

    1. Hallo Dieter, danke für Deinen Kommentar. Obwohl Autorin der Dokumentation über die
      Beatfestivals in der Vestlandhalle in den Sechzigern bin ich keine Schlüsselfigur in
      der Szene, nie gewesen und auch nicht werden wollend. Lies bitte in diesem Zusammenhang
      meinen ersten Kommentar als Feedback auf Bernd Mühlenkamps Anfrage, aus dem dann hervor geht,
      dass ich den Dokumentar-Bericht nur aus einem speziellen Anlass, da allerdings mit großer
      Freude und Akribie geschrieben habe. So viel ich weiß und letztes Jahr einmal selber beim
      Besuch mit meinem Mann Wolfgang erlebte, finden die Kurt Oster Memorial Beat Festivals auch
      weiterhin einmal jährlich in der Vestarena an der Hellbachstraße 105 in Recklinghausen statt.
      Jemand, der mit der Organisation zu tun hat, ist zum Beispiel Elmar Habicht( der war doch
      Bassist oder Gitarrist bei „Lucky and the Giants“. Ein Nino Malfeld kennt sich auch bestens aus
      und ist über FB auszumachen. Dann gibt es noch Sebastian Balint von der Recklinghäuser Zeitung
      und schließlich Tom Tornado Klatt, Breite Straße 16, RE, der hervorragende Kenntnisse und
      Verbindungen in der gesamten Rock/ Undrgroundszene – nicht nur im Ruhrpott – hat.
      Ich selber klinke mich jetzt wegen anderer Projekte komplett aus, weiß auch nicht mehr.
      Wünsche Dir aber sehr, dass Du die Sache mit dem Kurt Oster Pokal noch klären kannst und im
      Hier und Jetzt mit Deiner Musik und dem, was noch auf Dich zukommt, zufrieden bist. Das ist wahrhaft eine stetige Übung, denn man mag als Musiker noch so gut und erfahren sein: Es ist in Zeiten, wo Musik in Windeseile heruntergeladen wird und die Leute wie die Fliegen von einem Event zum nächsten schwirren und sich kaum in Ruhe auf ein Musikgeschehen konzentrieren können, nicht leicht. Ich weiß wovon ich spreche, denn Wolfgang, mein Mann ist ( Berufung)
      Bluesmusiker. Gigs zu ergattern, ist ein hartes Stück Arbeit, vor allem, wenn man den Mainstream nicht bedienen will und in Altenheimen, bei Jubiläen oder Tanzveranstaltungen nicht aufspielen möchte.
      Schließen möchte ich mit einem Zitat von Heinrich Heine:
      „Jede Zeit hat ihre Aufgabe, und durch das Lösen derselben rückt die Menschheit weiter!“

  5. Ganz riesiges Kompliment! Ein lesenswerter, wertvoller Text! Toll geschrieben.
    Als Beat- und Rockarchivar und -Sammler (Rolling Stones, Bob Dylan, Jimi Hendrix u.v.a.) habe ich in den letzten Monaten die Geschichte und Bedeutung der „German Blue Flames“ recherchiert und dazu eine Chronologie und einen Text verfasst. Dazu suche ich alle Lebensdaten (wann und wo geboren und gestorben, andere Daten)) zu Kurt Oster. Wer weiß mehr und kann es mir mitteilen?
    Die Flames sind ja auch eng mit den Festivals in Recklinghausen verbunden.

  6. Trotz starker Bemühungen habe ich es bis jetzt nicht geschafft, das Buch von Günter Mietzko über die Recklinghäuser Jugendbälle und Beatfestivals in den 60er Jahren, erschienen im Winkelmann-Verlag in Recklinghausen, zu bekommen. Es wird oben unter dem Text von Renate Rave-Schneider als Literaturquelle genannt. Für meine weiteren Forschungen wäre es äußerst nützlich. Vielleicht kann mir jemand weiter helfen!? (Tel. 01523-3957373)

    1. Als Beat- und Rockarchivar, bist Du , lieber Dieter, wahrscheinlich auch ein geneigter Hörer
      dieser Musik-Richtung. Und da kann ich Dir mal einen ganz heißen Tipp geben:
      Schau doch bitte mal auf die Seiten von den Dukes of Hamburg unter wwwdukesofhamburg.de
      Eine solche Spitzen-Beat-Band habe ich selbst in meinen Jugendzeiten in den Sechzigern selten
      erlebt, sie toppen vieles, als hätten sie den Beat nochmals neu erfunden.Natürlich haben sie
      auch andere technische Möglichkeiten als die Bands früher, aber die Arrangements und Bühnenshows sind einfach perfekt. Leadsänger George macht eine erfrischende Bühenshow, die anderen Jungs auch, alle
      sind mit viel Sanges- und Spielfreude am Werk und die Cds und Vinyls, die man erwerben kann, sind echt
      ihr Geld wert. So geht Beat, so macht er Spaß, geht ins Bein und trifft den Nerv. Vielleicht sieht man die Jungs mal in RE bei den Kurt-Oster-Revivals und dazu würde sich sogar deine Anreise aus Bremen lohnen. So long.

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