Einführende Worte zu meiner Stadtbücherei-Lesung am 7. März 2018

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Herzlich willkommen!

 

Heute möchte ich Ihnen das erste und entscheidende Kapitel

meiner Autobiographie „Mond über dem Heinrich – Heine -Haus

-Wie ich die Poetry-Bühne nach Münster brachte“ vorlesen.

 

Bevor ich nun damit beginne, ist es mir wichtig ein wenig über Heinrich Heine und

sein Geburtshaus in Düsseldorf in der Bolkerstraße zu erzählen.

 

Heinrich Heine, der am 13. Dezember 1797 geboren wurde und mit 59 Jahren

in Paris starb, galt als einer der bedeutendsten Dichter, Schriftsteller

und Journalisten des 19. Jahrhunderts.

Zugleich war er einer der letzten Dichter der Romantik, aber auch deren Überwinder,

dessen Werke so häufig wie kaum andere bis heute übersetzt und vertont wurden.

Er war als scharfzüngiger , politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker

und Polemiker ebenso bewundert wie gefürchtet.

 

Doch er wurde wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Haltung

von Antisemiten und Nationalisten über seinen Tod hinaus angefeindet. Die

Außenseiterrolle prägte sein Leben. Seine Bücher wurden zu Scheiterhaufen aufgetürmt,

man goss ihm die Hölle ins Herz, wie er schrieb.

 

Einerseits machte er die Alltagssprache lyrikfähig, erhob Reisebericht und Feuilleton

zur Kunstform, andererseits verlieh er der deutschen Literatur leichte Schwingen. Und konnte zynisch und pointiert sozialkritisch zu gesellschaftlichen Themen der damaligen Zeit Stellung beziehen.

Diese große Bandbreite – um nur einige Beispiele aus seiner Lyrik zu nennen:

Buch der Lieder, Poesiealbum., Deutschland, ein Wintermärchen. Die Loreley, aber auch

konträr dazu „Die schlesischen Weber“ ist bezeichnend für H. Heine und seine

große Schaffenskraft.

Er hatte einen augenzwinkernden Humor, 

liebte die Frauen , Frauen diverser Couleur, das Meer

und Harzer Würste!

 

Dass nun 1994 die Stunde des gesprochenen Wortes ausgerechnet in der kleinen

Kneipe „Schnapelewopski“ in seinem Geburtshaus, dem Elternhaus, dem Haus seiner Kinder- und Jugendjahre, wieder zu schlagen begann,

war eine Wende in eine neue Zeit in der Literaturwelt.

In einem Haus übrigens, das wie ein Fremdkörper in der Altstadt zwischen Kneipen

und Brauereien liegt. Heute beherbergt  es die Buchhandlung Müller & Böhm, in der auch

Lesungen stattfinden. Doch damals, als eine Sternstunde zu schlagen begann, brach

eine besondere Zeit an.

 

 

 

Eine Zeit, in der die künstlerische Freiheit für Dichter und fürs Auditorium neu

belebt wurde, wo jeder Dichter, egal, welchen Bildungshintergrund und welche

Biographie er hinter sich hatte, gleich geachtet wurde.

Jeder Text, ob Lyrik oder Prosa  war willkommen, wenn er eine gewisse Minuten-Zahl nicht überschritt, wenn ein Text eines anderen Autoren voran gestellt wurde, egal, ob dieser Heinrich Heine, Theodor Fontane, Else Lasker-Schüler , Karin Struck oder Jörg Fauser hieß. 

Und es gab in den Poetry Cafes keinen Wettbewerb in der Publikumsgunst, diese Kampfsportart moderner Poetry Slams war tabu, was für eine entspannte und wohltuende Atmosphäre sorgte.

Da sich in diesem Hause viele Gegenwartsautoren einfanden, war für Qualität der Darbietung und ein gewisses Fluidum per se gesorgt!

Bevor ich nun darüber aus meiner Sicht und meiner Erfahrung dort berichte,

möchte ich mit einem Zitat über und einem Zitat von Heinrich Heine sowie einigen

einführenden Versen meine Lesung eröffnen. Von diesem Heinrich Heine, der den

Deutschen die Schlafmützen vom Kopf riss, der aufrührte, aber auch verzauberte,

der polarisierte und in unserem Köpfen bleibt.

Hermann Kesten in einem Zitat

 

„Heine ist der amüsanteste deutsche Klassiker. Er hat alle Vorzüge eines

genialen Journalisten, alle grimmigen Tugenden eines Humoristen.

Er ist ein großer Lyriker. Mit dem ganzen Märchenglanz und Traumleben der

Romantik blieb er der wichtigste Realist der deutschen Literatur.“

 

Heinrich Heine selber in einem Zitat

 

“ Die Deutschen sind ein gemein gefährliches Volk. Sie ziehen unerwartet

ein Gedicht aus der Tasche und beginnen ein Gespräch über Philosophie!“

Heinrich Heine

 

Wollen wir jetzt den Poeten folgen. Einigen Dichterinnen / Dichtern, die ich

selbst ab 1994 im Schnabelewopski erleben durfte. In dieser Literaturkneipe, die

  • um mit Peter Maiwald zu sprechen- mit ihren Poetry Cafes eine Mischung
  • aus Jahrmarktstreiben und Messfeier darstellte und in der es hoch herging mit Lyrik und Kurzprosa, Musik und manchmal fast Kabarett.
  • Der Reigen beginnt.

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