Moni Maire Domin / Über der Erde / Achim Reichel / Raureif

Posted on Posted in Stories

Nicht nur Bücher bergen Geschichten, sondern auch CDs mit

Instrumentalmusik oder Liedern.

So möchte ich Euch, liebe Besucher meiner Seiten, heute die CDs
von einer Musikerin und einem Musiker vorstellen, die in mir viele Bilder, Visionen und
Geschichten-Stoff zum Weiterspinnen ausgelöst haben.

Brandneu ist die CD „über der erde“ von Moni Marie Domin,
die elf Cimbalon-Musik-Stücke enthält.
Sowohl die Kompositionen als auch die im Booklet angegebenen
Texte-als Einführung zu den Stücken zu verstehen-
sind von der
erfahrenen Musik-Künstlerin höchstpersönlich kreiert worden.
Diese stand schon seit den frühen Siebzigern mit der bekannten Folkband Fiedel Michel auf der Bühne und
tourte mit dieser durch einige europäische Länder. Zu dem Repertoire
von Fiedel Michel gehörten übrigens in erster Linie deutschsprachige
Volkslieder, aber auch Gedichtvertonungen von Erich Kästner oder
Berthold Brecht. Interessant war es die Formation im August 2016 auf der Bühne
des Kreuzviertel-Festes vor der Kreuzkirche noch einmal erlebt haben zu dürfen.

Seit langer Zeit aber hat Moni-Marie Domin ihren eigenen Weg auf ihrem  Instrument, das sie Cimbalon nennt, verfolgt, einen Pfad, der
nun in dieser anspruchsvollen CD gipfelt.
Man kann diese Musik am ehesten als Klangteppich oder „Klangmandala“,
wie ja auch ein Titel der CD lautet, verstehen.
Moni selber schreibt im übersichtlich und geschmackvoll gestalteten Booklet dazu:

Töne
Farben
Bilder
Geschichten
alles fließt ineinander
breitet sich aus
ist einfach Klang

Das ist Musik zur Tiefenentspannung, aber auch zur Inspiration, mit diesen
Klängen kann man in seine Kraft kommen, so empfinde ich das.

Ein weiterer Musik-Titel lautet „Karawane“ und ich hatte nach zweimaligen
Lauschen zwei unterschiedliche Kamel-Karawanen im Kopf, die sich begegnen,
zwei unterschiedliche Herrscher, deren Wege sich kreuzen : stolz und unbeugsam,
aber auch stark und zielstrebig der eine,  sanft, einfühlsam und
auf Augenhöhe mit seinem Gefolge der andere, beide können voneinander lernen und jeder wird letztlich geläutert. Es könnte sich auch um zwei Seiten in einer Person handeln, Ying und Yang eben!

Monis Worte dazu:

Karawane

sie ziehen durch endlose Weiten
glühende Hitze
sternenklare kalte Nächte
eine Oase
das unglaubliche Glück
und noch so viel…..

Jedem werden bei diesen Hör-Erlebnissen Bilder kommen, die zu Phantasie-Reisen
führen können. Fast zeitgleich zum Einlegen der CD lauschte ich einer Radiosendung
auf WDR 5, in der der Reise-Autor Achill Moser über einsame Erlebnisse in der Sahara berichtete
und über eine Innenschau, die er am nächtlichen Feuer hatte, als plötzlich in seiner
Phantasie Günter Grass bei ihm saß und mit ihm in den Dialog kam.
Wüste macht ja immer was mit einem und so hat auch dieser Musiktitel eine ganz starke Faszination in mir ausgelöst.

Andere Musik-Titel heißen unter anderem „ Silberfluss“, „Wie ein Tag“ oder „rollin“, da wird das Tao geweckt und die Gabe sich auch ein wenig treiben
zu lassen , den Kopf auszuschalten, mit dem Kopf zu fühlen.

Bei „rollin“ können einem alte Raddampfer, Pferdekutschen, Fahrräder in
China in den Sinn kommen, das Geheimnis des Lebens:
Wohin eigentlich sind wir unterwegs?

Mehr möchte ich nicht verraten, aber versprechen kann ich eines ganz gewiss: Das Hören dieser CD mit dem Füllhorn unterschiedlicher Klänge, die das Cimbalon hergibt, wird Euch Freude bereiten.

Auf www. moni-marie-domin.de  könnt Ihr, liebe Freundinnen und Freunde,
mehr erfahren und die CD sicherlich auch bestellen.

**************

Musik ganz anderer Art wird Euch auf dem im Jahre 2015 bei Tangram-
Musikproduktion erschienenen Album RAUREIF von Achim Reichel erwarten.
Über den allseits bekannten Musiker, Liedermacher, Volkslied-Interpreten,
Balladensänger und Gedichte-Vertoner muss man nun wirklich nicht allzu viel sagen,
dazu haben andere sich schon hundertfach geäußert. Und er selber kann seine Musik  sowieso viel
besser schildern. Im umfangreichen Booklet von „Raureif“  tut er das auch ausführlich –  so wie schon bei seinem Album „Wilder Wassermann -Balladen und Mythen“ von 2002. Es ist bemerkenswert im Vorfeld vor den Lyrics die Gedanken-Assoziationen und oft Entstehungsgeschichten zu den Songs des Künstlers zu lesen.
Somit lässt er ein wenig in seine Künstlerseele blicken.

Das Album enthält dreizehn Musiktitel, bei denen Achim Reichel auch als
Texter überrascht, nur bei dreien sind es Schriftsteller, mit denen er zusammen wirkte: Beim temporeichen „Harten, Kleinen, Schnellen“ und
dem melancholischen, zauberhaft von Streichern unterlegten „Abschiedsbrief“ war es Kiev Stingl, beim „Herz der Dinge“ der Autor Jörg
Fauser, mit dem Reichel sehr intensiv zusammen arbeitete und mehrere
Alben produzierte. Beim Song Ole Pinelle ist der Text von einem Fritz Großhoff.

Ich kann nur sagen, warum mich das Album „Raureif“ überraschte und warum ich es von Zeit zu Zeit gerne höre.
Klingen zunächst viele der langsameren, besinnlichen Titel homogen, so
kristallisieren sich beim mehrmaligen Hörgenuss immer deutlicher einzelne
Nuancen heraus.

Da ist zum Beispiel der Song „ Halt die Welt an“, einer meiner Lieblingssongs auf dieser CD, er ist schlicht und kommt ohne allzu viele
Worte aus. Diese sind gefühlvoll gewählt, kommen jedoch nicht rührselig
über, was daran liegt, dass an  entscheidender Stelle die Trompete den Ton vorgibt und den Faden weiterspinnt. Großartig!

„Reise, Reise“ handelt von einem Matrosen, der sein ganzes Leben auf
Schiffen verbracht hat und nun ein alter Seebär geworden ist.
Im übertragenen Sinne vielleicht Achim Reichel selber?

Zitat: „Und wie der Wind in die Segel der Erinnerung weht
Ihm ein Geschmack von Salz über die Lippen geht
Da öffnet er die Augen, ganz ungewollt
Es war das Salz von Tränen, die ihm über die Wangen gerollt“.

Tja, der eine weint um einen Lack-Kratzer auf seinem neuen Mercedes-Benz, der andere vielleicht heimlich in verletzter Eitelkeit oder vor Rührung
im Kino in einem Melodrama, hier sind es die Tränen, die der Wind und die
raue Seeluft so auslösen.
Und die Gitarren lassen die Erlebnisse nachklingen und lösen Fernweh und
undefinierbare Sehnsucht in mir aus!
Ich finde bei allen Musiktiteln die Allianz zwischen Gesang und Instrument
kongenial!

Überraschend wirkte auf mich der Text von „Junge Götter“ und ich habe mich gefragt, wo Achim Reichel wohl der Einfall dazu kam.
Soweit, so gut, an einer Stelle hätte ich mir in diesem beschwingten, temporeichen Stück noch mehr Wucht gewünscht und zwar nach:
„Die Primaten spielen mit den Naturgewalten
Und denken sie könnten sie umgestalten“.
Das ist doch ein Drama oder? Aber letztlich ist auch dieses Stück
abgerundet. Und Achim Reichels raue, markante Stimme hört man einfach gerne.
Mehr Infos dazu findet Ihr auf seiner Homepage „www.achimreichel.de.“
Viel Vergnügen damit.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *