Moderner Kaspar Hauser

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(Veröffentlicht im Stadtindianer, Heft 1 im September 1996)

Verquollene Augen, verweintes Lächeln
Eine Pulle Whisky in seinem Stofffetzen namens Hose
so saß er da

Mit nichts in der Hand außer Luft
Luft, die nach Abgasen stank
so saß er da

Die Gedanken so weit fern
Verloren in seinem Kopf, verloren nach vier Jahren
Leben auf der Straße
so saß er da

Starren, harren – Narr:
Was sitzt Du da?

Blick, stumm, Blick:
Wo willst Du hin?

Zittern, bibbern, Angst:
Hast Du keine Aufgabe?

So hatte er dort gesessen,
bis Männer in grün ihn erneut
von der Straße wegholten…

Markus Pfennings

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