Dichtkunstfeste….Poetry Parties 1996

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Als der Kabarettist auf der Lesebühne des Cafe Saitensprung
vor Lampenfieber auf und ab joggte,
als dem Pianisten das Herz in die Hose rutschte,
als eine schüchterne Apothekerin zauberhafte Gedichte
über das Städtchen Telgte vortrug,
als der Rockpoet derb-lakonische Glossen a la Bukowski
zum Besten gab,
als der Ansager all der Namen, die aus dem Zylinder gezogen wurden,
das „Rrrr“ im Namen Roger Trash rollte wie ein Showprofi,
als eine Dortmunderin über den “ Homme fatale“,
den Marquis de Sade und seine Lebensphilosophie
erstaunlich Neues zutage förderte,
als Grobilyn und Pichelstein, versehen mit albernen Elvis-Masken
frische Liedchen auf der Gitarre klimperten,
als der Nigerianer Adigun Olossun sich als Shouter entpuppte
und seine Ansichten über europäische Frauen in dem Satz gipfeln ließ:
„Frauen mit kurzen Haaren sind schlichtweg eine Katastrophe“,
als die Gesichter aller auf der Bühne und im Kneipenraum
glühten wie Lampions, da fanden gerade die ersten Dichtkunst-Parties
in Münster stattt.
Das war der Auftakt, es sollten noch Serien folgen!

Renate Rave-Schneider, copyright ,März 2012

( Über diese quicklebendige Schaffensphase schreibe ich gerade, ein Projekt, was im Februar 2018 zum Abschluss kommen wird)

Renate Rave-Schneider,  31.08.2017

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