Buchbesprechung“LICHTJAHRE“ von Volker Weidermann

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Lichtjahre von Volker Weidermann

 

Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute!

 

BTB-Verlag 2007/

ISBN: 978-3-442-73642-3

 

Am 29.05.2018 war ich zu einer Lesung des Autors und

Literatur-Kritikers Volker Weidermann in der Villa ten Hompel in Münster.

 

Das Buch“ Lichtjahre, um das es in diesem Kurzporträt geht, hätte ich mir vermutlich wegen des recht trocken klingenden Untertitels „Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur seit 1945“ nie gekauft,

hätte es mein Sitznachbar nicht mit feuchten Händen umschlossen.

„Ein tolles Buch“ flüsterte er mir dezent zu. “Das will ich nach der Lesung vom Autor signieren lassen!“

 

Inzwischen kann ich mich der Lobes-Hymne auf dieses unterhaltsam geschriebene Brevier nur anschließen.

Warum?

 

Weil hier alle Autoren vertreten sind, die seit 1945 Rang und Namen hatten?

 

Nein,  sondern weil Volker Weidermann es versteht, das Wesen der Autor/innen

hier transparent zu machen,

es mit ein, zwei Sätzen auf den Punkt zu bringen und so Interesse an deren

Büchern zu erregen.

 

So beim Kult-Autor Wolf Wondratschek, der die Vorlage für einige Songs der Band Interzone

mit Heiner Pudelko lieferte. Von Wondratschek stammt der 1974 erschienene legendäre Gedichtband „Chucks Zimmer“!“

 

 

Originalton des selbstbewussten Wondratschek „Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues!“

Solch ein Buch würde Wondratschek selber dann nicht mehr aus der Hand legen!

 

Wir erfahren, dass der als Fußgänger auf der Autobahn früh verstorbene Autor Jörg Fauser, der den Drogenthriller „Der Schneemann“ schrieb,

auch den autobiographischen Roman „Rohstoff“

veröffentlichte. Eine Marlon-Brando-Biographie stammt gleichfalls

aus Fausers Feder.

 

 

 

 

 

 

Wenn Weidemann zugibt, dass Fauser „schnell, klar , hart , kompromisslos, usw. schreibt, heißt es,

dass er ihn als Autor sehr schätzt, auch wenn er hinzufügt: „Fauser konnte vor lauter Männerkraft kaum gehen!“

 

Weidermann zitiert Benjamin von Stuckrad-Barre, der gleich mit seinem ersten Buch „Soloalbum“ 1998 berühmt wurde.

 

Er bringt Autorinnen wie Judith  Hermann, deren “ Geschichten ein Traum von Berlin und ein Traum vom Leben mit all den kleinen, leeren Stellen zwischen den Worten sind“ und Felicitas Hoppe mit ihren wesentlichen Charakteristika auf den Punkt. Und Marcel Beyer, der Karl May in seinem Gedicht „Sanskrit“ aus dem Lyrikband „Graphit“ ein Denkmal setzt, wird zitiert damit, dass“ das Allerletzte und Schlimmste eine mickrige Haltung der Sprache gegenüber sei!“

Und deshalb.. ohne viel Geschwafel, deshalb, weil das gehaltvolle Buch so kurz und grün ist, wird

es mir ein wertvoller Ratgeber bei Bücherkäufen sein und soll immer in meinem Regal an exponierter Stelle stehen!

 

Renate Rave-Schneider am 26.06.2018,

 

erschienen in der Print-Ausgabe der DRAUßEN Münster, Heft 08/18

 

 

 

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